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    Bedingungsloses Grundeinkommen – ihr spinnt doch?!?

    BGE, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen im Lande, das ihnen einen angemessenen Lebensunterhalt auch ohne Lohnarbeit ermöglicht – das geht doch nicht! Niemand würde mehr arbeiten, alles bräche zusammen und finanzieren lässt sich das schon überhaupt nicht.
    Das sind die häufigsten Reaktionen, die man hört, wenn man das BGE anspricht. Fragt man jedoch, ob die Leute denn selber aufhören würden  einer Lohnarbeit nachzugehen, kommt zumeist  ein ziemlich entschiedenes Nein.
    Sie nicht, aber halt alle anderen.
    Da stellt sich die Frage, welches Menschenbild wir heute so haben: Alle sind stinkfaul außer uns selber, Lohnarbeit ist zuerst Qual und Zwang, und das muss auch so sein, sonst eben würde ja niemand tun, die Jobs, die wir nicht mögen würden müssen auch alle anderen mies finden….
    Letztlich müssen wir uns die Frage stellen:
    • arbeiten wir um zu leben, oder leben wir um zu arbeiten?
    • Gibt es überhaupt Leute, die nicht arbeiten, oder nur solche die keinen Lohn für ihre Arbeit erhalten?herangehen dürfen.
    Fragen über Fragen, und v.a. Fragen, an die wir nicht ausschließlich mit unserer heutigen Auffassung wie Leben ist oder zu sein hat
    Mit all diesen Fragen, sicheren und potentiellen zukünftigen Entwicklungen, Vorstellungen, Visionen, aber auch möglicherweise auftretenden Problemen  wollen wir uns beschäftigen.
    Aber wer sind “wir”?
    Wir sind eine überparteiliche Arbeitsgruppe die sich aus einer Zusammenarbeit von dem Regensburger Frauenzentrum und der Regensburger Piratenpartei entwickelt hat. Wir wollen in Regensburg eine aktive BGE Szene etablieren und den Deutschland weiten Diskurs voranbringen. Wir haben uns dem Netzwerk Grundeinkommen angeschlossen und haben in diesem Zuge einen Ortsverband gegründet. Der Name AG BGE Regensburg (Arbeitsgruppe bedingsungsloses Grundeinkommen, mancher munkelt das “AG” steht für “arbeitsscheu und geldgeil”, aber das sind Gerüchte :) ) hat sich aus dieser Gründung entwickelt.
    Und dazu sind alle  eingeladen die das Thema BGE weiterbringen möchten und/oder sich dafür Interessieren.
    Zur Zeit werden keine regelmässigen Treffen abgehalten. Wir sind aber auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Melde Dich unter info@ag-bge-regensburg.de . Sofern sich wieder genügend Leute finden, ist auch wieder ein monatliches oder wöchentliches Treffen denkbar.
    Wir freuen uns auf neue Gesichter.
    Eure

    Vortrag und Diskussion zur Volksinitiative bGE in der Schweiz von Robin Wehrle, Zürich

    Am Samstag, 14 Juni 2014 um 17 Uhr, Resi, Blaue Liliengasse 1 lädt die AG BGE Regensburg zu ihrer neusten Veranstaltung ihrer Reihe zum bedingungslosen Grundeinkommen ein.

    Diesmal wird es sich um einen Bericht über die erfolgreiche Schweizer bGE Volksinitiative handeln. Robin Wehrle, einer der Aktivisten, wird über die gesammelten Erfahrungen und den aktuellen Stand erzählen.

    Im vergangen Herbst wurde die notwendige Zahl von Unterstützungsunterschriften für einen Volksentscheid in der Schweiz erreicht. Somit wird in spätestens in fünf Jahren das erste Mal in einem Land die WählerInnen über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen entscheiden.
    Im Gegensatz zu Deutschland existiert in der Schweiz eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für ein bGE. Jedenfalls konnten die notwendigen Unterschriften schneller als bei bisherigen Volksinitativen gesammelt werden, während eine EU Petition zum bGE nicht die erforderliche Stimmenzahl erreichte und in Deutschland sogar nur unterdurchschnittlich UnterstützerInnen fand.

    Robin Wehrle wird über die Entstehung der Initiative, das politische Instrument „eidgenössische Volksinitiative“, die vielfältigen Erfahrungen beim Unterschriftensammeln, sowie über die Resonanz in der Bevölkerung und in der Politik erzählen. Auch über die aktuellen Tätigkeiten in der schweizerischen Grundeinkommensbewegung und mögliche Zukunftsaussichten wird er berichten.

    Robin Wehrle erblickte 1983 in der Ostschweiz das Licht der Welt, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Seit 8 Jahren lebt er nun in Zürich, wo er auch sein Studium der Politikwissenschaft, Staatsrecht und Wirtschafts- und Sozialgeschichte absolvierte. Seine Abschlussarbeit schrieb er über die politische Resonanz zum bedingungslosen Grundeinkommen (bGE).

    Von der Idee hörte er zum ersten Mal im Jahre 2006 vom damaligen Professor für Wirtschaftsethik an der HSG – Hochschule Sankt Gallen (welche ansonsten eher als wirtschaftsliberale Kaderschmiede bekannt ist). Die Begegnung mit dem bedingungslosen Grundeinkommen war wie Liebe auf den ersten Blick. Später mündete diese Liebe nebst der akademischen Auseinandersetzung mit dem Thema auch in konkretes Engagement für diese Idee.

    2011 gründete Robin Wehrle zusammen mit einem Freund eine bGE-Lokalgruppe in Winterthur. Auch die am 4. Oktober 2013 eingereichte Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» hatte er schon in deren Entstehungsphase begleitet und später administrativ, koordinativ, kommunikativ und aktiv als Unterschriftensammler unterstützt.